Drill, Landen, Hakenlösen, Betäuben, Schlachten
Von der Rute bis in die Küche.
Die richtige Verwertung deines Fangs beginnt schon beim Drill und endet erst, wenn der Fisch küchenfertig ist. Damit alles sauber, tierschutzgerecht und hygienisch abläuft, brauchst du einige Hilfsmittel.
Beispiele für Geräte/Werkzeuge:
- Kescher
- Maßband
- Fischbetäuber (Knüppel o. Ä.)
- scharfes Messer
- Hakenlöser / Zange
- Kühlbox
- ggf. Papier zum Einwickeln (kein Zeitungspapier)
- saubere Transportbehälter
- sauberes Tuch
- Einmaltücher (z. B. Küchenrolle)
- Müll-/Abfalltüten (für Blut, Innereien)
Für die Schritte Drill, Landen, Hakenlösen, Betäuben und Schlachten gibt es meist keine exakten Vorgaben in den Fischereigesetzen. Es gelten aber immer die Regeln des Tierschutzgesetzes und der Schlachtvorschriften:
Der Fisch soll so schonend wie möglich behandelt und nicht unnötig gequält werden.
Drill
Der Drill soll zügig und ohne unnötige Verzögerung erfolgen.
Das bedeutet:
- nicht absichtlich „in die Länge ziehen“
- den Fisch kontrolliert, aber möglichst schnell ausdrillen
So werden Schmerzen, Stress und unnötige Belastung für den Fisch vermieden – das ist wichtig im Sinne des Tierschutzes.
Landen (Anlanden)
Um den Fisch sicher und schonend aus dem Wasser zu holen, benutzt du:
- in der Regel einen Kescher
Ein Gaff (Haken zum Einstechen) ist nur bei sehr großen, spindelförmigen Fischen sinnvoll, die auf keinen Fall zurückgesetzt werden.
Sogenannte „Grips“, Fischgreifer oder Landezangen sind umstritten.
Problem dabei:
- Der Fisch hängt mit seinem Eigengewicht am Maul.
- Das kann starke Schmerzen und sogar Verletzungen verursachen.
Darum:
- wenn möglich: mit Kescher landen
- Anheben am Maul (egal womit) nur in Ausnahmefällen
Hakenlösen
Jetzt wird unterschieden, ob der Fisch zurückgesetzt werden muss/darf oder ob er entnommen wird.
1. Fisch wird zurückgesetzt
Muss der Fisch aus rechtlichen Gründen wieder ins Wasser (z. B. Schonmaß, Schonzeit), gilt:
- Der Fisch soll „unverzüglich und mit der erforderlichen Sorgfalt“ in denselben Gewässerabschnitt zurückgesetzt werden.
- Das Hakenlösen sollte – wenn irgend möglich – im Wasser stattfinden.
- Der Fisch wird dabei idealerweise gar nicht angefasst.
Wenn das nicht geht:
- den Fisch nur mit nassen Händen anfassen (zum Schutz der Schleimhaut)
- nie mit trockenen Händen oder auf trockenem Untergrund herumliegen lassen
Kann der Haken nicht schonend gelöst werden:
- Schnur dicht vor dem Maul abschneiden
- Haken kann im Maul bleiben – meist wird er später von selbst verloren oder wächst ein
Tipp: Schonhaken (ohne Widerhaken) erleichtern das Hakenlösen deutlich. Sie werden empfohlen, auch wenn normale Haken mit Widerhaken nicht generell verboten sind.
2. Fisch wird entnommen
Wenn du den Fisch mitnehmen möchtest (und darfst), gilt:
- Der Fisch wird zuerst waidgerecht betäubt und getötet.
- Erst NACH dem Tod wird der Haken gelöst.
So ersparst du dem Fisch zusätzliche Schmerzen beim Hakenlösen und handelst tierschutzgerecht.