Angelruten

Angelruten

Angelruten sind dein wichtigstes Werkzeug beim Angeln. Die Zeit von einfachen Stöcken, Bambusruten oder beköderten Handleinen ist schon lange vorbei. Heute werden Angelruten richtig professionell hergestellt. Das Grundgerüst einer Rute nennt man „Blank” und besteht meist aus Kohlefaser, seltener aus Glasfaser oder einem Materialmix. Bei der Endmontage bekommt die Rute dann ihre Lackierung, Ringe, einen Griff, einen Rollenhalter und eine Endkappe. Du kannst zwischen Steckruten, einteiligen Modellen und Teleskopruten wählen.

Carbon-Ruten oder Composite-Ruten?

Carbon-Ruten sind leicht, leistungsstark und eignen sich für alle Arten des Angelns. Der große Nachteil ist jedoch, dass sie sehr empfindlich sind. Harte Schläge, zum Beispiel durch den Autokofferraum, Bootsreeling, Bleie, Blinker oder Pilker, können schnell zu Brüchen führen. Composite-Ruten sind dagegen robuster und weniger empfindlich, allerdings auf Kosten der Leichtigkeit und Eleganz. Diese Ruten sind auch billiger als Carbonruten und daher für Anfänger oft die bessere Wahl.

Teleskoprute oder Steckrute?

Bei normalen Angelruten unterscheiden wir zwei wichtige Arten. Eine moderne, gute Teleskoprute ist durchaus eine Alternative zur Steckrute. Sie besteht aus mehreren Teilen, die sich einschieben und damit verkürzen lassen. Beim Ausziehen ziehst du erst die Spitze aus bis zum Einrasten, dann das nächste Teil und so weiter. Dabei musst du darauf achten, dass alle Ringe in einer Flucht liegen. Beim Demontieren verfährst du genauso Teil für Teil, wobei du einfach von unten anfängst und die Teile dabei leicht drehst. Ganz wichtig ist, dass du die feuchte Oberfläche der Teleskopruten vor dem Zusammenschieben mit einem weichen Lappen trocken wischst. Feuchtigkeit und Sand ist der Tod aller Teleskopruten.

Eine Steckrute besteht aus zwei oder mehreren Teilen, die ineinandergesteckt werden. Diese Rutenart ist stabiler als eine Teleskoprute und hat eine bessere Aktion. Wichtig ist beim Zusammenstecken der einzelnen Teile, dass du immer den Zapfen in das Verbindungsteil leicht eindrehst, bis die Ringflucht stimmt und die Verbindung fest sitzt. Zum Lösen drehst du wieder leicht und trennst dabei die Teile voneinander. Bei diesem Vorgang solltest du die Hände dicht an den Verbindungen belassen.

Die verschiedenen Rutentypen im Detail

Egal welche Rute du dir ansiehst, das weitere Zubehör wie Ringe, Handgriff, Rollenhalter und Rolle können gleich gewählt werden. Je nach Gewässer oder je nach der Fischart, die du fangen möchtest, verwendest du die passende Rute. Meist wirst du nur Ruten besitzen, die für dein jeweiliges Gewässer und deine bevorzugte Fischart notwendig sind. Jeder Angler liebt bestimmte Angelarten und hat hierfür die nötigen Ruten.

Die Kopfrute oder Stipprute ist meist eine Steckrute, entweder zum Einstecken oder zum Überstecken. Sie ist meist sehr lang, bis zu 15 Metern, und hat keine Ringe außer einem Spitzenring. Die Schnur wird am Gummiband in der Rutenspitze befestigt. Die Kopfrute wird meist fürs Friedfischangeln auf kleine Fischarten verwendet. Ihre überwiegenden Einsatzgebiete sind Flüsse oder Kanäle.

Die Bologneserute ist der Kopfrute sehr ähnlich, bis zu 8 Meter lang, beringt und hat ein Wurfgewicht von 5 bis 30 Gramm. Wegen ihrer Länge und der Beringung, daher mit Rolle, eignet sie sich sehr gut für weite Würfe. Mit ihr kannst du auch auf Zander, Barsch oder größere Weißfische angeln. Im Prinzip ist sie der Sbirolinorute sehr ähnlich.

Die Grundrute gibt es sowohl als Teleskop- als auch als Steckrute. Sie wird auch als Allroundrute oder Grund-Posen-Rute bezeichnet. Mit ihrem Wurfgewicht zwischen 20 und 100 Gramm, ihrer mittleren Länge von 2,70 bis 3,00 Meter und ebenfalls mittleren Aktion ist sie sowohl zum Grund-, als auch zum Posenfischen und Spinnangeln einsetzbar. Sie eignet sich für alle Fischarten und ist als Teleskoprute ideal für Angelreisen.

Spinnruten sind als Steckrute wegen der hohen Belastung der Teleskopausführung vorzuziehen. Eine grobe Einteilung wäre, die Spinnruten in leicht, mittel und schwer einzuteilen. Die leichte hat eine Länge bis 2,40 Meter und ein Wurfgewicht bis 20 Gramm und wird für den Nahbereich verwendet. Die schwere ist bis zu 3,00 Meter lang und hat ein Wurfgewicht bis 100 Gramm, ideal für schwere Köder, weite Würfe und größere Raubfische. Sie ist auch als Schlepprute bestens geeignet. Spinnfischen mit künstlichen Ködern liegt heutzutage sehr im Trend. Entsprechend der vielen verschiedenen Erfordernisse und der zahlreichen Köder findest du eine Menge verschiedener Ruten von ultra-leicht bis ultra-schwer.

Karpfenruten werden überwiegend als Weitwurfruten verwendet, zum Teil mit einem sehr langen, zweigeteilten Griff sowie wenigen, großen Ringen. Die meisten Modelle sind bis zu 4 m lang, wobei 3,60 m die Standardlänge ist. Die Karpfenrute gibt es als Steck- oder Teleskoprute, wobei die Steckrute, auch mehrteilig, vorzuziehen ist. Bis auf das Spinnfischen ist sie für nahezu alle Angel- und Fischarten geeignet.

Die Matchrute wird zum zielgenauen Posenfischen auf Friedfische eingesetzt. Die Längen liegen zwischen 3,60 und 4,50 m. Die Matchrute ist meist 3-teilig, es werden aber auch Teleskopruten verwendet. Meist fischt man mit Gewichten bis 10, 15, maximal 20g. Die Matchrute wird überwiegend mit fest montierten Wagglerposen gefischt, die nur am unteren Ende eingehängt werden.

Picker- oder Quiverruten sind leichte Grundruten. Sie haben sehr feine Spitzen aus Glas- oder Kohlefaser, die jeden auch noch so feinen Biss auf den Grund ausgelegten Köder anzeigen. Die Ruten sind meist zwischen 2,40 und 3,30 m lang. 3 m ist eine gute Länge für fast alle Gewässer und Fische. Es gibt, wie bei anderen Rutenarten auch, leichte bis schwere Modelle, du kannst also entsprechend wählen. Ruten mit einer einzigen, festen eingesetzten Spitze werden meist als „Quiver”-Ruten bezeichnet, also als Zitterspitzen-Ruten. Die meisten dieser leichten Grundruten werden als Multi-Picker-Modelle angeboten und haben 2 bis 5 verschieden kräftige Wechselspitzen. So kannst du für unterschiedliche Gegebenheiten, je nach Wind, Strömung, für schwere oder leichte Gewichte, vorsichtig beißende Kleinfische oder größere Brocken, immer die jeweils passende Spitze wählen.

Die Swingtip- oder Schwingspitzen-Rute ist ebenfalls eine leichte Grundrute, deren Ursprung in England zu suchen ist. Die Rute hat eine meist parabolische Aktion, ist für sehr feine Schnüre ausgelegt und hat einen speziellen Endring mit einem Schraubgewinde. In diesen Spitzenring können verschiedene Schwingspitzen eingeschraubt werden. Die Schwingspitze besteht aus zwei Teilen, die miteinander über einen flexiblen Schlauch verbunden sind. Bei ausgelegter Montage hängt das Spitzenteil unter leichter Spannung schräg nach unten in Richtung Köder und bricht so den Schnurverlauf quasi um die Ecke. Beißt ein Fisch, zieht er gegen die hängende Spitze oder entlastet diese. Die Ruten werden meist mit leichten Grundbleien zum Fischen auf Weißfische, Brassen und Schleien eingesetzt und sind hier aufgrund der feinen Bissanzeige sehr erfolgreich.

Die Feederrute ähnelt eigentlich der Pickerrute, allerdings ist sie sehr viel länger und vor allem kräftiger gebaut. Sie hat eine steifere Aktion, man kann auch schwere Gewichte auswerfen. Die meisten Feederruten haben 2, 3 oder mehr Wechselspitzen, damit man sie entsprechend anpassen kann. Sie ist bis zu 5 m lang und wird meist als Steckrute angeboten. Das Werfen mit der Feederrute ist eher ein Schleudern. Du solltest nicht mit Kraft auswerfen, sondern die Rute für sich arbeiten lassen. Mit der richtigen Technik kannst du den Futterkorb ohne viel Anstrengung hinauskatapultieren. Bei einem gut ausgeführten Feeder-Wurf fliegt der Futterkorb nicht flach, sondern in einem leichten Bogen zur Angelstelle. Eine Rute von 3,60 oder 3,90 mit einer Wurfgewichtsangabe bis 120 oder 150 g ist für Jugendliche eine gute Wahl und eignet sich für die meisten Gewässer und Fische.

Die Fliegenrute ist eine Sonderform einer Rute, bei der die Rolle am unteren Ende des Handgriffs angebracht ist. Die Fliegenrute eignet sich, je nach Klasse, zum Fang von Forelle, Äsche, Zander, Hecht und Lachs. Die Ruten sind in Klassen, meist von 0 bis 10, eingeteilt. Eine Rute der Klasse 1, 2 oder 3 ist eher zum Fischen mit Trockenfliege, also eine Trockenrute. Die Klassen 4 und 5 sind Allrounder. Modelle der Klassen 5 oder 6 sind schon sehr kräftige Ruten für das Nassfliegen- und Nymphenfischen sowie leichte bis mittlere Streamer. Ruten der Klasse 9, auch als Zweihandruten, sind klassische Lachsruten.

Bootsruten finden, wie schon der Name sagt, beim Bootsfischen in großen Tiefen oder beim Angeln auf Großfische, meist im Meer, Verwendung. Meist handelt es sich um Steckruten, wobei mehrteilige Reisesteckruten und Teleskopruten auch erhältlich sind. Bootsruten werden außerdem zum Fischen auf Waller vom Boot aus eingesetzt.

Wallerruten sind 2,70 bis 3,70 m lange, kraftvolle Ruten und haben ein Wurfgewicht bis 500 g. Mit den kürzeren Modellen wird vom Boot aus gefischt, die Ruten ab 3 m und mehr kommen beim Uferfischen zum Einsatz. Bei Wallerruten werden meist sehr starke Blanks und Rutenkomponenten verbaut, sodass die Ruten recht schwer sind. Mit entsprechender Beringung können sie für beide Rollenarten eingesetzt werden. Es gibt noch weitere Sondermodelle, die sich für jede Rolle und Fangtechnik eignen.

Die Sbirolinorute hat ihren Ursprung in Italien und wurde speziell für das Forellenangeln entwickelt, meist in Forellenteichen. Die den Matchruten ähnlichen Spezialruten werden in Längen zwischen ca. 3 und 5 Metern mit sehr unterschiedlichen Wurfgewichten angeboten. Sie werden nicht nur mit den hauptsächlich bekannten Bombarden oder Sbirolinos gefischt, sondern auch mit vielen anderen Posenarten. Sbirolinoruten sind Match- und Posenruten, die in der Spitze besonders feinfühlig, im Handteil aber sehr robust sind.

Brandungsruten finden ihren Einsatz an den Meeresstränden. Erhältlich sind sie als Steck- und Teleskopruten. Die Ruten mit einer Länge von 3,90 bis 4,50 m erlauben ein Wurfgewicht bis zu 300 Gramm, je nach Ausführung. Die meisten Modelle sind mit großen Ringen, teils Klappringen, für die Stationärrolle ausgelegt. Es gibt weitere Sonderanfertigungen mit sensiblen Spitzen oder mit Wechselspitzen.

Die Pilkrute wird beim Boots- und Kutterangeln eingesetzt. Die Länge beträgt 2,50 bis 3,00 m, das Wurfgewicht bis 200 Gramm. Der Pilker dient meist nur als Wurfgewicht und zusätzlicher Lockreiz. Den Fischen werden zum Anbiss Beifänger in Form von Jigs, Twistern oder Gummifischen angeboten.

Was solltest du als Jungangler haben?

Zumindest eine der feinen Ruten wie Match-, Winkelpicker-, Feeder-, Bolognese- oder eventuell auch Kopfrute sollte zum Inventar eines Junganglers gehören. Je nach Interesse und dem gegebenen Gewässer solltest du eine Posen- oder Grundrute besitzen. Der Vorteil der feinen Ruten ist, dass du damit sehr gut verschiedene wichtige Grundlagen des Angelns erlernen kannst. Das feine Gerät ist gegenüber einer groben Ausrüstung sehr viel erfolgreicher beim Fang.

Rutenbrüche und wie du sie vermeidest

Die meisten Rutenbrüche sind auf falsche Handhabung zurückzuführen. Zum Beispiel solltest du niemals an der Schnur gegen die Spitze ziehen. Auch einen Hänger solltest du nicht mit Gewalt über die gekrümmte Rute lösen. Genauso wenig solltest du die Rute am Spitzenteil anheben oder heranziehen.
Wenn eine Rute doch einmal bricht, kannst du oft an der Bruchstelle erkennen, was passiert ist. Glatte Brüche deuten eher auf einen Schlagbruch hin, zum Beispiel mit vorherigem Anschlagen an einer harten Kante. Das gilt auch für einseitig glatte Brüche mit einer Ausfaserung auf der gegenüberliegenden Seite. Ein rundum ausgefaserter Splitterbruch irgendwo auf dem Blank ist meist auf rohe Gewalt und Überlastung zurückzuführen.
Mit diesem Wissen über Angelruten bist du bestens gerüstet für deine ersten Angelabenteuer! Das Wichtigste ist, dass du mit dem richtigen Gerät anfängst und es pfleglich behandelst.

Quiz: Alles über Angelruten 🎣

Teste dein Wissen und finde heraus, ob du bereit bist, deine perfekte Angelrute zu wählen und beim nächsten Angelausflug erfolgreich zu sein!

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Teste dein Wissen über Angelruten

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Aus welchem Material bestehen die meisten modernen Angelruten?

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Warum sollte man eine Teleskoprute vor dem Einschieben trocken wischen?

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Welche Rutenart besteht aus mehreren Teilen, die ineinandergesteckt werden?

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Bei welcher Angelmethode wird keine Rolle verwendet?

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Welche Rutenlänge ist typisch für eine Allround-/Grundrute?

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Welche der folgenden Angelruten ist besonders lang?

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Wann verwendet man eine schwere Spinnrute?

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Was bedeutet „Quiver“ bei einer Quiverrute?

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Eine Rute ist gebrochen. Wie erkennt man, dass es durch rohe Gewalt passiert ist?

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Was ist der Hauptvorteil von Steckruten gegenüber Teleskopruten?

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Welche Rute würdest du für deinen ersten Angeltag wählen? Warum?

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Die durchschnittliche Punktzahl beträgt 60%

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